Wider der Vernunft / Kant ist tot.

Kann es sein, dass alle Modelle, alle Ideologien und Theorien, die versuchen, diese Welt zu beschreiben, nie vollständig sein können? Kann es sein, dass die Antwort auf die große Frage nach dem Warum? eine ganz einfache, aber unaussprechliche Antwort hat? Dass uns die »Wahrheit«, an die wir uns nur annähern können, eigentlich unser ganzes Leben lang als Brett vor der Kopf hängt?

Es existiert eine universelle, allgemeingültige Wahrheit. Sie ist kürzer als 42. Wir alle sind Teil dieser Wahrheit. Jedes Atom dieses Universums bildet diese Wahrheit. Wenn wir kreativ schaffen oder forschen oder nachdenken, beschreiben wir einen Ausschnitt aus dieser Wahrheit. Wir vermögen aber nicht, sie gänzlich, allumfassend zu beschreiben. (Vielleicht würden wir es schaffen, aber dann müsste sicherlich alle Materie zu Tinte und Papier gemacht werden, damit genug Platz zum Aufschreiben vorhanden ist)

Unser Kardinalfehler beim Beschreiben der Wahrheit ist der Gebrauch unserer Vernunft. Eigentlich ein Instrument, um sie zu beschreiben, wie aber alles andere auch, kann Vernunft nur einen Teil abdecken. Vernunft kann Liebe nicht erklären, kann Musik nicht sinnvoll beschreiben.

Warum?

Vernunft ist das Gegenteil von Gefühl und Gefühle sind unaussprechlich; die für sie gefundenen Worte sind in jeder Sprache anders und jede Kunst beißt sich an ihnen die Zähne aus. Jedes Wort ist eine schlecht gemachte Vereinfachung dessen, was das eigentliche Gefühl ausmacht. Wenn wir uns überlegen, wie viele tausend Liebesgedichte es gibt, dann wird schnell klar, wie komplex ein Gefühl ist, doch kommt ein einzelnes Gefühl selten allein.

Die »Wahrheit« ist ein Zustand aus Gefühl. Das ist alles.

Damit ist sie zwar nicht gedruckt transportierbar und demzufolge auch nicht in der Schule lehrbar, denn jeder Mensch muss den für ihn geeigneten Weg finden, sich der/seiner Wahrheit zu nähern, aber das macht nichts.

Vielleicht ist genau das auch der Sinn.

Vielleicht denken wir viel zu tief.

Vielleicht ist es ganz einfach.

6 comments on this post.
  1. solid:

    Die alte Frage nach der Natur der Wahrheit. Wie schön.
    Die Antwort hängt davon ab, was man unter “der Wahrheit” versteht. Dies sollte im Vorfeld geklärt werden. Da du so einfach mir nix dir nix eine “universelle allgemeingültige Wahrheit” als existierend voraussetzt, nehme ich an, du meinst eine umfassende, widerspruchsfreie Erklärung aller Phänomene des Universums. (Frage: des beobachtbaren Universums oder des gesamten Universums? Es gibt da Unterschiede).
    Es ist eine ewige Hoffnung der Menschheit, das es diese Wahrheit gibt. Wir
    wissen es einfach nicht, wir könne es nur vermuten. Aber gehen wir einfach mal davon aus. Wenn wir logisch vorgehen, können wir uns durch diese eine Annahme schon kompett in den Wegen der Erkenntnis verirren, denn ist die Annahme falsch, so können wir alles beweisen und unsere Erkenntnismenge reduziert sich zu Null.
    Da wir aber diese Logik scheinbar gar nicht brauchen um die “eine Wahrheit” zu finden, sollte uns das nicht länger stören. Ohne Vernunft wird es zwar äußerst schwierig, auch nur ein einziges Wort niederzuschreiben und schon der Ansatz, das Gegenteil von Vernunft zu definieren entspringt einem logischen Denkprozess, es hindert dich aber scheinbar nicht daran, sogleich die ganze Welt der Vernunft als unzulängliche Mittel der Beschreibung der Wahrheit abzutun, ja sogar sie als Kardinalfehler zu bezeichnen. Das ist kurzsichtig und wird den Tatsachen nicht
    gerecht, die die Vernunft hervorgebracht hat. Und das Gegenteil von Gefühl ist Vernunft schon gar nicht. Das Gegenteil von Vernunft ist Unvernunft.
    Gefühle sind auch nicht unaussprechlich. “Ich habe Angst” ist die Aussprache eines Gefühls. Wobei ich dir sofort recht gebe, wenn du sagst, das die Sprache ein Gefühl nur schemenhaft und vereinfachend vermitteln kann. Allerdings ist die Anzahl der Liebesgedichte kein Beweis dafür. Es gibt auch sehr viele Abhandlungen über Relativistätstheorie und die sind alles andere als schemenhaft. Die Anzahl ist vielmehr ein Symptom, Ausdruck der Tatsache, das jeder Mensch Gefühle anders ausdrückt, anders erlebt. Das Sprache nur ein unzulängliches Mittel ist, um unserere Gedanken auszudrücken, liegt nicht am Gefühl. Auch im Versuch “nicht-Gefühle” auszudrücken tritt diese Eigenschaft der Sprache hervor. Das hat andere Ursachen bzw. es liegt in der Natur der Sprache.
    Doch nun zur Kernthese – “Die »Wahrheit« ist ein Zustand aus Gefühl”. Aha, äh. nochmal. “Die »Wahrheit« ist ein Zustand aus Gefühl”. Es tut mir leid, ich versteh es nicht. Ich habe den Satz sehr oft wiederholt, mein Verständnis wird jedoch nicht besser. Die Wahrheit ist ein Zustand, und dann auch noch aus Gefühl. Das ist mir zuviel, da komm ich nicht mehr mit. Und dieser Zustand aus Gefühl ist die Erklärung von allem, und ein jeder muß seinen Weg finden, sich ihr zu nähern.
    Äh – nein. Das lehne ich ab. Bitte präzisieren sie – ich brauche mehr Input.

  2. marcus:

    Okay, ich werde mich wiederholen und auch präzisieren.

    1. Der Mensch ist ein Wesen aus Vernuft und Gefühl.
    1.1. Gefühle sind subjektiv, Vernunft gehorcht weniger subjektiven Regeln.
    1.2. der Mensch ist auf die Dualität von Vernunft und Gefühl angewiesen.
    1.3.1. Gefühle sind die Seele
    1.3.2. vernunft ist der Geist
    1.3.3. Die Dualität verbindet Seele und Geist.
    1.4. Er ist in der Lage, Gefühle zu erfahren und mit Ihnen umzugehen.
    1.5. Er ist in der Lage, diese Gefühle zugunsten der Vernunft weitestgehend zu unterdrücken.
    1.6. Es ist ihm möglich Gefühl und Vernunft zu kombinieren.
    1.7. Es ist ihm nicht möglich, Vernunft zugunsten des Gefühles zu unterdrücken.
    1.7.1. Gefühlen schaffen sich ihren Raum und unterdrücken die Vernunft allein.
    1.8. Gefühle sind irrational, intutitiv.

    2. Der Verstand ist der Teil des Menschen, der die wissenschaftlichen Erkenntnisse gewinnt und beschreibt.
    2.1. Da Wissenschaft bestrebt ist, eine möglichst universelle / objektive Betrachtungsweise zu erreichen, muss sie auf ein allgemeingültiges Prinzip zurückgreifen.
    2.1.1. Die Methode, nach der dieses allgemeingültige Prinzip funktioniert, ist Logik.
    2.1.1.1. Logik ist die Methode der Erkenntnisgewinnung.

    2.2. Die Logik und alles, was sie zum Erkenntnisgewinn benutzt, benutzt nur einen Teil des menschlichen Geistes, die Gefühle werden vollständig vernachlässigt.
    2.2.1. Wenn jede Wissenschaft im Stande ist, nur einen Teilbereich dessen zu beschreiben, was unser Geist zu fassen in der Lage ist, dann kann sie also nie ganzheitlich erklären, kann also nie ein vollständiges Bild dessen, was unser Geist zu fassen im Stande ist, geben.

    Soviel zur Logik, Alexander. Jetzt mache ich normal weiter. Mit \”ich habe Angst\” beschreibst Du nichts. Mit einem dahergelaufenen Wort wie Angst geben sich Zustände zufrieden, Gefühle aber nicht. Angst ist nicht gleich Angst – und da haben wir auch gleich die wunderbarste Eigenschaft von Gefühlen: sie sind einmalig. Das Interessante ist nämlich, dass wir uns nicht selbst zuhören. Wir sind viel zu hektisch. Die gleiche Angst kommt nie noch einmal, nur eine ähnliche Angst. Ein Gefühl wird von so vielen Faktoren beeinflußt und von einem ganz besonders: der Zeit. Sicherlich interessiert uns nicht, ob sich eine Angst von der anderen unterscheidet oder nicht, aber letztendlich tut sie es, etwas ist immer anders. Soviel zu dieser Aussage.

    Nun zur Wahrheit. Ich habe oben die Formulierung \”dessen [..], was unser Geist zu fassen in der Lage ist\” benutzt. Dies ist nur ein winziger Bruchteil dessen, was ich als Wahrheit bezeichne. Die Wahrheit ist die Frage nach dem Zusammenhang zwischen mir, Dir, dem Universum und dem kleinen Hund, der heute Morgen bellend aus einem Laden kam und sich des Fußweges bemächtigte. Es gibt Momente im Leben eines jeden Menschen, in denen er/sie/es fühlt, dass sich alles im Einklang befindet und wie ein Hauch Ewigkeit an ihm/ihr/ihm vorbeizieht. Ich habe so etwas, kurz nachdem ich einen Roman von Hesse zu Ende gelesen habe oder klassiche Musik höre. Das sind für mich zutiefst spirituelle Erlebnisse. Bei Musik ist es etwas ganz besonderes. Denn wenn die Musik von Menschen vorgetragen wird, die selbst keinen Zugang zu ihr haben, dann wird sich niemals ein solcher Effekt einstellen. Allerdings besitzt Musik die Gabe, Menschen ganz tief zu berühren und das kann man mit Logik nicht erklären. Allerdings erhält man dann nur eine Ahnung von dem, was ich als Wahrheit bezeichne. Andere nennen das Gott oder Paradies. Bei jeder Art, Kunst zu schaffen, ist der Künstler dabei, sich dieser Wahrheit anzunähern. Ich habe das bereits einige Male erleben dürfen. Ich schrieb Gedichte und Geschichten und schrieb sie nicht selbst – sie wurden geschrieben, aber sie waren auch in mir, doch hinter mir, in mir war etwas großes, etwas größeres als ich, etwas nicht aus dieser Welt. Das ist das, was ich als die Wahrheit bezeichne. Das ist das, was Delegato Zero meint, wenn er sich selbst beim Schreiben zusieht. Ich habe es erlebt und interessanterweise kannst Du im Gespräch mit Menschen erkennen, ob sie solch ein Erlebnis schon einmal hatten. Entweder sie verstehen es nicht oder ihre Augen fangen an zu leuchten.

    Warum schrieb ich \”Die Wahrheit ist ein Zustand aus Gefühl\”?
    Es ist ganz einfach: Ich versuche es mit einem Beispiel. Die Affinität eines Menschen zu einer bestimmten Musik. Logisch argumentiert, kommst Du mit irgendwelchen prä- und postnatalen psychologischen Erklärungen und Sexualität und dem Konflikt mit den Eltern und dem Umfeld, ach ja und die Frequenzschwingungen auch, die darf man natürlich nicht vergessen. Dann kombinieren wir das mit den Eigenschaften der Instrumente und versuchen auch zu beschreiben, warum ein Keyboard nicht den gleichen Klang wie ein Flügel haben kann und ehe wir es uns versehen habenn wir eine wissenschaftliche Abhandlung geschrieben. Jetzt haben wir die Tagesform und das Wetter und die Jahreszeit vergessen! Ich denke Du siehst, worauf ich hinauswill: es gibt kein allgemeingültiges Prinzip, mit dem man logisch Gefühle erklären kann. Wenn es Dir noch nicht genug ist, dann erklär mir bitte, logisch, wie Liebe zustandekommt.
    Und damit sind wir wieder beim Thema: Das die Wahrheit ein Zustand aus Gefühl ist. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich diese Wahrheit mir nur öffnet, wenn ich ihr ohne Vernunft begegne, damit meine ich, dass ich nicht darüber nachdenke, was da gerade geschieht, denn ich spüre es ja und das was ich spüre ist richtig.
    Da fällt mir übrigens ein, dass viel mehr Entscheidungen, als Dir wahrscheinlich lieb sind, durch Intuition getroffen werden. Vor allem im Staats- und Wirstschaftswesen. Sicherlich wirst Du da sagen, ist doch klar, dass da soviel Mist passiert, aber ich sage Dir: wenn mein Bauchgefühl – meine Intuition- bei einer Entscheidung rebelliert, die logisch konsistent ist, dann treffe ich sie nicht, diese Intuition trügt nicht.

  3. solid:

    Lieber Marcus,
    es ging mir bei meinem Kommentar eher darum, deine Argumente zu beleuchten, zu hinterfragen, schwachstellen aufzuzeigen und dich in deinem Streben zu unterstützen, eine Erklärung der Dinge zu finden. Du hast die Auseinandersetzung jedoch auf eine persönliche Ebene geführt und eher versucht meine Argumente, und das was du als meine Sichtweise ansiehst, zu widerlegen und sogar teilweise lächerlich aussehen zu lassen. Das kann ich nicht nachvollziehen.
    Mit keinem Wort gehst du auf meine Außerungen ein, weder zustimmend noch ablehnend. Das wundert mich dann doch.
    Ich stelle mir die Frage was du willst? Mich versuchen “umzustimmen” – obwohl du meine “Stimmung” doch gar nicht kennst.Ich werde mich daher nur kurz mit deinem Text auseinandersetzen, da mir merklich die Lust beim lesen an selbiger vergangen ist.
    1. Der ganze Text ist sehr plakativ und stereotyp, Gefühl ist Seele, Vernunft ist Geist, zeriss der Logik aufgrund von Behauptungen der Art, erklär doch mal dies und erklär doch mal das und siehste es geht nicht. Eine Erklärung oder Deutung und Einordnung der dargebrachten Beispiele (Liebe, menschl. Affinität zur Musik) auf die “andere” Weise fehlt jedoch genauso. Er bietet keine neuen
    Ansätze, deine große “Wahrheit” auch nur annähernd zu erkennen.
    2. Das, was Du als Wahrheit bezeichnest bleibt stets im Dunkeln liegen, abgesehen von dem großen Zusammenhang aller Dinge und einem damit verbunden Einklang aller Dinge. Weder die Natur dieses Einklangs noch der große Zusammenhang wird jedoch genauer betrachtet, stattdessen erzählst du mir, das ich nicht nachdenken soll, nur dann könnte sich mir die Wahrheit öffnen.
    Hoffentlich weiß sie das auch…
    In der Hoffnung auf konstruktivere Wortgefechte verbleibe ich mit
    sozialistischem Gruß: Seid bereit – immer bereit.

  4. marcus:

    Liebster Alexander,
    drei Sachen.

    Einerseits habe ich schon verstanden, dass Du mich hier und da auf den Punkt bringen wolltest und das ist sehr gut, denn sonst käme ich selbst vielleicht nicht weiter.

    Andererseits allerdings habe ich Dir im gleichen Stil geantwortet. Du mußt das Echo schon vertragen.

    Schließlich muss ich mich sehr über Dich wundern. Du willst hier Gefechte sehen. Auch wenn sie nur mit Worten ausgetragen werden, so sind ihre wesentlichen Bestandteile doch mindestens zwei Parteien und zwei Ansichten und das Ziel, dass der eine den anderen besiegt. Hier haben wir uns eindeutig missverstanden. Ich möchte mich nicht streiten ich möchte Dir nur erklären, was ich denke. Ich möchte nicht, dass Du meine Meinung annimmst. Natürlich kannst Du das gerne, wenn Du meine Ansicht teilst, aber es ist nicht Sinn und Zweck dieser Schreiberei, Dir meine Meinung aufzuzwingen un Dich zu einem Vasallen meiner Gedanken zu machen.

    Ich weiß, dass das Wort \”Wahrheit\” nicht exakt ist, vielleicht können wir uns auch auf 42 einigen. ;-)

    Letztendlich ist die ganze Sache reduzierbar. Wir verfügen über zwei Gehirnhälften, die wiederum über verschiedene Möglichkeiten verfügen. Logik ist die eine Hälfte und das Gefühl die andere. Es ist zugespitzt, dessen bin ich mir bewußt. So. In der Wissenschaft wird die Gefühlshälfte doch weitestgehend außen vor gelassen. Hier stimmen wir doch auch überein, schätze ich. So. Die Logikhälfte – das ist das, was ich als Vernunft bezeichne – kann dazu verwendet werden, Sachen zu notieren oder auszusprechen, die andere Menschen in genau der gleichen Weise verstehen können. Deswegen wird sie auch dazu genutzt. Wenn wir beide nebeneinanderstehen und zur selben Zeit Angst spüren, sagen wir vor einem großen Hund, der auf uns zu gelaufen kommt und dem die große Lust, uns Schmerzen zufügen zu wollen, anzusehen ist, dann ist es dennoch nicht die gleiche Angst und wir können uns nur auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen: Angst. Meinetwegen auch Heidenangst. Aber das war\’s auch schon. So. Und wenn wir Menschen versuchen, die Welt und alles um sie herum – unseren Ursprung, den unseres Weltalles und überhaupt alles – zu erklären, so tun wir das im Allgemeinen mit unserer Logikhälfte. Wir vernachlässigen die Gefühlshälfte, weil das Mittel, dass uns zur Verfügung steht, um uns anderen mitzuteilen, nicht genügend komplex ist. Dieses Mittel ist die Sprache. So. Ich glaube, dass wir unter Vernachlässigung der einen Gehirnhälfte keine vollständigen Antworten auf unsere Fragen erhalten können. Wir müssen also einen Weg finden, wie wir unsere Gefühle unseren Mitmenschen nachvollziehbar machen können. Vielleicht schaffen wir es dadurch, endlich unser Gehirn ein wenig mehr zu nutzen, denn wenn ich mir überlege, was ein anderer Mensch braucht, um meine Gefühle nachvollziehen zu können, so fällt mir nur eins ein: er muss vollkommen in meiner Haut stecken können. Auf kurz oder lang ist die Wissenschaft in ihrem Anspruch, irgendwann alles beantworten zu können, also auf dem Holzweg, denn sie vergißt bzw. vernachlässigt die halbe Menschheit, um es mathematisch auszudrücken. ;-)
    Nun ist die Musik dran, oder besser – die ganze Kunst. Ich glaube, dass die Kunst ein Mittel ist, um die Gefühlshälfte sprechen zu lassen. Den ganzen Tag über sind Deine Gedanken nur am Arbeiten und Du denkst und handelst nach Deinem Denken, wenn Du aber kreativ bist, handelst Du intuitiv, handelst Du aus dem Bauch heraus, handelst Du mit Gefühl.

    Was die 42 betrifft, so kann ich Dir nichts genaueres sagen, ich will ja nicht die Welt erklären, sondern denke nur laut darüber nach, wie man es könnte und ob uns der eingeschlagene Weg zum Ziel führt.

  5. solid:

    Teurer Marcus,
    schon dieser Dialog zeigt auf gar mannigfaltige Art und Weise eine Natur der Wahrheit, und zwar ihre relative Seite. Diese Seite hindert uns meißtens daran, zum Kern der Sache vorzudringen, denn Sie macht es unmöglich, einen absoluten Standpunkt einzunehmen.
    Zum Beispiel, ich werde dieses Thema der persönlichen Note abschließend erwähnen und hoffe es auch nicht wieder erwähnen zu müssen :-), bin ich nicht der Auffassung, daß Du mir in meinem Stil geantwortet hast, auch habe ich von konstruktiven Wortgefechten geschrieben – ein kleiner aber doch bedeutender Zusatz.
    Die Standpunkte sind also bisweilen gänzlich verschieden. Sie umranken jedoch beide einen gemeinsamen Kern, den der ursächlichen Information.
    In diesem Fall ist das ein Stück Text. Hier ist die Sache einfach, denn wir haben eine Ausgangsbasis. Im Falle unserer umfassenden Wahrheit, können wir jedoch nicht auf diesen Kern zurückgreifen. Es kommt noch schlimmer, wir wissen noch nicht einmal ob dieser Kern existiert, und wenn er existiert, wie er aussieht, bzw. welcher Natur er ist.
    Aber in der sprachlichen Logik ist das gänzlich uninteressant, wir benennen das Element einfach! und ich kann mich ohne Weiteres mit Dir auf den Namen “42″ einigen. Das klingt jetzt nicht so schön, ist aber fair. (Du siehst wie flexibel Logik sein kann.)
    Hier und da scheinen sich, wenngleich häufig äußerst nebulös, Informationsfetzen von “42″ im Raum der Erkenntnis zu materialisieren. (Ich liebe es…) Zum Beispiel hat der menschliche Geist, und dabei betrachte ich beide Gehirnhälften als gleichberechtigt, eine ganze Reihe von Erkenntnissen zusammengetragen, die man als (nebulösen) Teil von “42″ ansehen könnte.
    Könnte man, das Problem ist nun wieder, das wir nicht wissen wie “42″ aussieht, alo wissen auch nicht ob diese Informationshäppchen zu “42″ gehören oder nicht. Das Szenario reduziert sich sofort wieder auf die Frage des Standpunktes – für den einen zählt Teil Psi dazu, für den anderen nicht. Wer hat recht? Und darf man diese Frage überhaupt stellen? Es stellen sich eine Reihe von Fragen:
    Reduzieren sich alle Informationshäppchen auf die Frage des Standpunktes bezüglich ihrer Zugehörigkeit zu “42″?
    Oder anders: Gibt es standpunktfreie Informationshäppchen?
    Besteht “42″ ausschließlich aus standpunktfreien Informationshäppchen?
    Ist “42″ eine Mischung aus standpunktbehafteten und standpunktfreien Informationshäppchen?
    Und was sind überhaut standpunktbehaftete und standpunktfreie Informationshäppchen?
    Ich würde hier gerne erstmal in der Diskussion verweilen da mir das Thema des Standpunktes ein wichtiger Aspekt zu sien scheint, und werde daher noch schnell etwas zu deinen Äußerungen zu Logik und Gefühl sagen.
    Es ist nicht viel, eigentlich nur eine Frage. Sie lautet:
    Ist Liebe vernünftig oder unvernünftig?

  6. marcus:

    Gute Frage, leichte Antwort. Ist Liebe vernünftig? Sind Gefühle vernünftig? Nein. So weit kommt\’s noch! :-)

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