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Artikel, die mit dem Schlagwort »schön« versehen wurden

15
Mai

Wenn der Morgen erwacht

…und man selbst nicht wieder erwachen möchte. Nie wieder!

Sich vielleicht überlegt, wie die letzten Stunden vor dem Dahinraffen in Morpheus’ Reich ausgesehen haben und plötzlich ein sehr ungutes Gefühl bekommt. Ein Geistesblitz zuckt durchs erwachende Hirn und man reißt die Augen auf. ‘Oh Gott. Oh Nein. Lass das nicht wahr sein.‘ Langsam und zögernd dreht sich der Kopf auf die Seite und erblickt ein fremdes Gesicht, dass sich die künstliche Verfärbung die ganze Nacht schon am Kopfkissen abgerieben hat. Sie schläft noch. Sehr gut. ‘Wer ist sie eigentlich und seit wann habe ich sie im Schlepptau?‘ Nervöses Kramen im Erinnerungskatalog. Die Einträge des Vorabends sind eine lose Zettelsammlung. ‘Kein Wunder, dass ich mich nicht erinnern kann!‘ Ein verschwommenes Polaroid taucht auf. Es ist das Bird. ‘Da waren wir zuletzt. Aber da war sie schon von Anfang an dabei. Wo war ich (oder wir) davor? Und kann mal jemand den Namen der Dame besorgen, bevor sie aufwacht?!‘ An solchen Morgen stelle ich fest, dass so ein Extra-Hirn schon gut wäre. Weil man seins verloren hat. Vielleicht via USB oder als Pille. Need a Brain? In your face! Oder im Nutella drin. Albert Einstein frühstückt Nutella. Das wäre die Werbung schlechthin! Oder als Zäpfchen? Neu! Hirn für’n Arsch! Ich muss schmunzeln. Der Humor ist schonmal munter. Lächeln geht auch. Gut, denn lächeln wird gleich wichtig sein, wenn  Wie hieß sie jetzt? Und woher kommt sie? … aufwacht. Da muss ich halbwegs die Panik überlächeln können. Es gibt nicht schlimmeres am Morgen, als munter zu werden und in ein fremdes Gesicht zu schauen, dessen Blick einem unmissverständlich klarmacht: Du warst ein Fehler.

Naja. Vielleicht ist auch alles anders…

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20
Apr

Der 6-Millionen-Dollar-Pinguin

Der bionische Mann war gestern, Bionic Tux ist heute: Selbstorganisiertende fliegende oder schwimmende Pinguine erkunden einen begrenzten Raum und lösen Aufgaben. Während andere noch virtuelle Kuhherden treiben, setzen Ingenieure aus dem “Wirkönnen alles außer hochdeutsch”-Land die ganze Sache schonmal um.

Hier sind die Links:

18
Apr

Ein kleines Vöglein zwitschert.

Zunächst war ich skeptisch. Das ist aber auch einfach: Menschen setzen SMS im Netz ab. Toll.

Wieso?

Wozu soll das gut sein?

Die Februar-Ausgabe der brand eins und ein Artikel in der ZEIT haben mich nachdenklich gemacht.  Inzwischen glaube ich mehr und mehr, dass die Dynamik des Mediums durchaus etwas beeinflussen kann. Man muss nur verstehen, wie man es richtig gebraucht. Deshalb sind die ersten Nachrichten über Alltags-Twitterei (Ich habe gerade eine Tasse Kaffee getrunken) auch übertrieben. Twitterei ist ein medientechnisches und auch politisches Werkzeug. Ich weiß: Die Erkenntnis ist nicht neu, ich hänge der Zeit mal wieder hinterher. Aber wie heißt es so schön – auch die Zeit hat ihre Zeit.

Rechts im Widget sieht man meine Zwitscherei und natürlich via  http://twitter.com/derliebemarcus.

16
Apr

Heimweh

Jeder hat so seine Art, sich in der Ferne ein Stück Heimat zu behalten. Hier ist meine:

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16
Apr

zu schön um wahr zu sein.

Da hat wohl jemand ein kleines Script geschrieben…

Hier die Details zum Replizieren:

  • Seite: www.amazon.de
  • erster Suchbegriff: pc vernetzen
  • zweiter Suchbegriff: sachbuch

Nachtrag: Der miescha hat mir einen Link geschickt, der vielleicht einen Grund für das Fehlverhalten liefern könnte.

11
Dez

Zäsuren.

Ich habe heute ungefähr 98% all meiner Mails aus den letzten sechs Jahren verloren. Durch einen richtig dummen Fehler. Ein dumpfes Gefühl aus Verlust und Leere macht sich breit. Auch Trauer, denn nicht nur Gedanken und Erinnerungen gehen verloren, sondern auch ein Stück Selbst.

Das letzte Mal ist mir das vor sechs Jahren passiert. Es fühlte sich an, wie das Ende einer Epoche. Viele Bindungen aus der Schulzeit hatten sich verlaufen, ich war im Studium angekommen und noch nicht ganz drauf und dran, es zu verlassen. Und ich bereitete mich trotzdem schon auf meinen großen Flug vor.
Auf einmal waren alle Mails weg: Computer kaputt. Dieses Gef
ühl zum ersten Mal zu spüren, war wie einen kleinen Tod zu sterben.

Mit leichtem Gepäck fliegt man höher. Und fällt tiefer. Mein Sturm und Drang kam in Hochform und ging hernieder, mein Studium hinterher. Ich verließ die Stadt, blieb mit einem Bein im Alten verhaftet und stand mit dem anderen schon im Neuen. Der Spagat wurde größer und größer und mit ihm meine Zaghaftigkeit. Wieder gab mir das Schicksal einen Klaps, ich sprang diesmal schon halb selbst ins kalte Wasser und schwomm ein halbes Jahr allein um dann Halt zu finden. Nun war es Zeit den großen Sprung zu wagen. Also sprang ich, griff ins Leere. Einmal, zweimal, dreimal und doch fügte es sich und ich landete unversehrt.

Nun liegt die Vergangenheit endgültig hinter mir. Vor mir ein altbekannter Nebel, doch das Gefühl ist besser. Und heute sind wieder die Mails weg. Nach sechs Jahren und zwei Umzügen. Und wieder dieses Gefühl. In einige Briefwechsel habe ich wirklich hin und wieder geschaut und jedes Mal ein neues Detail erlebt. Einige brachten mich zum Lachen, andere zum Nachdenken, bei manchen schossen mir Tränen in die Augen, bei anderen die Schamesröte ins Gesicht. Aber ich würde sie alle nur ungern missen. Meine Worte, meine Gedanken.

Wahrscheinlich sagt mir das Schicksal jetzt, dass ich meine dokumentierte Vergangenheit ruhen lassen soll und mich besser auf das besinne, was ich wirklich mitnehmen möchte. Kurzum: Ballast abwerfen. Wahrscheinlich hat das Schicksal Recht. Den nächsten Flug werde ich mir hart erarbeiten müssen, aber er kommt.

10
Nov

Invertsommerrezept

Strand. Wellen rauschen heran. Hin und wieder Möwengeschrei. Der Wind weht Musik ans Ohr. Über uns das unendliche Blau und die glänzende Sonne, deren Strahlen das Meer in einen goldenen Tanzboden verwandeln. Hin und wieder zeigen sich Schiffe und verträumte Schäfchenwolken am entfernten Horizont.

Sommer an der Ostsee.

Toll, oder?

Jetzt ist es kalt und feucht und die Sonne schafft es kaum, das Firmament zu erklimmen und durch die graue Wolkenmauer kommt sie auch nicht mehr.

Doof, nicht?

Ich weiß, wie man den Ostsee-Sommer wieder heranholt!

Hier sind die benötigten Zutaten:

  • ein Computer
  • Internet
  • wahlweise noch ein Ostseestrandposter samt Couch davor

Also. Man schalte seinen Computer ein, verbinde sich mit dem Internet und wä¤hle eine Musikabspielanwendung seines Vertrauens. Dabei spielt es keine Rolle, ob es iTunes oder Winamp oder ein Internetradio ist. Haben wir? Fabelhaft! Nun den Browser öffnen und http://www.lessrain.com/ aufrufen. Seite geladen? Boxen aufgedreht? Sehr gut! Jetzt die Musik anstellen.

Je nach Musiklautstärke weht der Wind entweder Musik oder Ostsee heran.

Schöne Ferien!

24
Mai

Dieses wunderbare «Zuhause-Gefühl»

Es ist schon irgendwie seltsam: Da wohnt man seit fast einem Jahrzehnt nicht mehr daheim bei den Eltern, fühlt sich hinreichend wohl, bezeichnet den Wohnort Berlin als sein Zuhause und doch gibt es diese Momente, wo man von einem wunderbaren «Zuhause-Gefühl» durchströmt wird und sich für einen Augenblick fragt: Was willst Du eigentlich hier?

Jeden Mittwoch und Freitag findet ein Wochenmarkt auf einem Platz um die Ecke statt. Dort gibt es einen Wagen, der Wurst anbietet. Nicht einfach nur Wurst: Das ist Thüringer Wurst aus Arnstadt vom Fleischermeister.

Für einen Nichtsachsen oder -thüringer ist das vielleicht schwer begreiflich, aber Thüringen und Sachsen bilden – zumindest in Sachen Wurst und Fleisch – einen kulturellen Geschmacksraum: Im Sommer gehören Bratwürste und Steaks auf den Grill – dass es Thüringer Rostbratwürste sein müssen, ist klar (gibt es auch andere?) – dazu Born- oder (wenn’s nicht anders geht auch) Bautzner Senf. Klöße müssen schlierig sein und Gehacktes kauft man beim Fleischer, packt es ungesehen aufs Brötchen und isst es. Ohne nachzuwürzen.

Wie dem auch sei, besagter Wurstverkaufswagen wird von einer Spätsechzigerin besetzt und ich danke dem Herrn bei jedem Besuch, diesen Dialekt hören zu dürfen. Arnstadt liegt etwa 20 Kilometer südlich von Erfurt. Das Geknetsche ist angenehmer als das Erfurter, mich erinnert es an den Dialekt meiner Großeltern, die bei Jena wohnen. Mir entlockt es bei jedem Besuch meinen freundlichsten heimatlichen Singsang. Die Frau sitzt hinter ihrem Tresen und macht Sudokus oder sie bedient eine Kundin. Es sind meistens Kundinnen. Eigentlich ausschließlich alte Frauen. Wenn man knapp dran ist und nur schnell eine Knacker auf die Faust will, hat man wirklich verloren. Denn sie wird nicht müde, den Preußenomas immer wieder mit Nachdruck zu sagen, dass sie die Wurst und das Fleisch bitte auf keinen Fall nachwürzen sollen, denn da sei alles schon drin. Womit sie völlig Recht hat. Zuhause müsste sie das nicht. Aber hier. Nebenbei unterhält man sich noch über Kochrezepte und wie man was wann wo essen könnte. Oder was die Enkel so machen. Ist mir passiert. Denise fragt nach Kloßmasse. Tja, die habe sie nicht, aber wenn wir am nächsten Mittwoch Bescheid gäben, würde sie welche mitbringen. Im Ladengeschäft – was sie auch noch haben – gäbe es das. Nagut. Dann kaufen wir eben Wurst. Ich sehe Sülzwurst und augenblicklich läuft mir das Wasser im Munde zusammen. Ich sehe mich mit sieben Jahren am Abendbrottisch meiner Großeltern sitzen und mit meinem Opa Brot essen (handgeschnitte Scheiben Brot, richtige Runken, eine dicke Schicht Butter, danach Wurst und natürlich: Senf. Ich höre ihn immernoch lachen, weil es ihm Freude bereite, wenn er sah, dass es mir schmeckte und ich jede Bemme binnen Sekunden in mich hineinschlang). Inzwischen schneidet die Frau eine erste Scheibe ab und hält sie mir prüfend hin: «Ist das so in Ordnung?» Ich beäuge selbige skeptisch und meine dann: «Na ein bisschen dicker kann sie schon sein» «Wie wir’s eben von zu Hause gewöhnt sind», meint sie, nickt mir freundlich zu und auf einmal sind wir beide – jeder für sich – daheim: Sie in Arnstadt und ich irgendwo in meiner Kindheit. Über die Klöße kommen wir schließlich ins Gespräch und sie gesteht uns, dass sie inzwischen auf Emmis Klöße zurückgreift und die Dinger nicht mehr selber macht – jedoch nicht, ohne uns zu versichern, dass sie es noch immer könnte. In dem Augenblick, wo wir die zwei uns bekannten Brocken des Kloßrezeptes ins Gespräch mischen schließt sie uns in ihr Herz und erzählt uns von ihrer Enkelin. Hin und wieder gäbe es das Gericht nicht her, dass sie Klöße mache. Genau dann protestiert ihre Enkelin und besteht auf Klößen. Ja, das kenne ich, schließt es mir durch den Kopf.

Denise holt sich noch eine Wiener auf die Faust, wir bezahlen. Da werden wir noch einmal zurück gerufen und ich bekommen eine Knacker in die Hand gedrückt. Natürlich kommen wir nächste Woche wieder Zuhause vorbei.

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