Alle Artikel mit dem Schlagwort 'nachdenken'

Sprachgedanken, Sprechgedenken, Sprachdank, Denksprache

marcus 28. Februar 2010

Am späten Vormittag, so wie es sich für den postmodernen Bohème gehört, verabschiede ich mich von der scheinbaren Gutwetterlaune der aufgeregten Metropole und mache mich auf den Weg in die beschauliche Ehrlichkeit der sächsischen Heimat.

Im Zug mache ich es mir mit dem Feuilleton meiner Haus- und Hofzeitung bequem. Ich genieße Philipp Theisohns Artikel über die Causa Hegemann. Aus dem schweizerischen Off weht endlich eine ehrliche, unaufgeregte Stimme herüber, die die aufgeheizte Debatte auf die ihr zustehende Tiefe herunterargumentiert. Ich erkenne das als klare Bestätigung meiner Entscheidung, der Heimat einen Besuch abzustatten. Dabei vergesse ich allerdings, dass Hegemanns Vater Professor an der HMT Leipzig ist.

Achtung auf Finger Gegen Mittag sitze ich also vergnügt im Stadtbus und schaue aus dem Fenster auf die spätwinterliche Stadtidylle meiner Kindheit. Mein Blick wandert umher und bleibt verdutzt unterhalb des Griffes kleben: »ACHTUNG AUF FINGER«. Das ist schon ein Schock. In welcher Sprache wird hier versucht, mir etwas womöglich Wichtiges zu verdeutlichen? Deutsch ist es sicherlich nicht. Vielleicht, so versuche ich mich wieder zu beruhigen, ist es kein Fehler sondern Absicht und in Wahrheit eine Hommage an Betriebsanleitungen japanischer Elektronikhersteller der 80er Jahre. Man weiß es nicht.

Yvette Mimiuex & The Morlock. SRC: http://bit.ly/beLlKsIn der Hoffnung, Zerstreuung zu finden, schmökere ich im journalistischen Lokalmatador, der Leipziger Volkszeitung. Doch ich komme nicht weit: Bereits auf der Titelseite wird der stellvertretende sächsische Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Morlok (FDP) mit den Worten zitiert, er stelle »sich rückhaltslos hinter Westerwelle«. Das stimmt einen schon nachdenklich. »Morlok… Morlok… Mensch, das kennst Du doch«, denke ich so für mich. »Mensch? Na klar! Morlocks! H.G. Wells’ The Time Machine in der Verfilmung von George Pal!« Das für sich allein ist schon gespenstisch. Als nächstes stört mich etwas in der Syntax. Ich bin ein Pedant. Das richtige Wort heißt rückhaltlos. Doch auch semantisch ist das selbe Wort grober Unfug: Herr Morlok stellt sich hinter Herrn Westerwelle. Und fällt um. Weil er keinen Rückhalt hat.

Ich bin enttäuscht. Ich will wieder zurück in die offen oberflächliche Hauptstadt. Leipzig, die Stadt, der der größte aller großen deutschen Dichter – um wenigstens einmal meine Deutschlehrerin zu zitieren – in seinem berühmtesten Werk eine eigene Szene zum Geschenk machte, lässt mich in Sachen Sprache so außerordentlich hängen. Doch Johann Wolfgang von antwortet mir in derselben Szene: Nun sag mir eins, man soll kein Wunder glauben!

Im elterlichen Domizil angekommen, muss ich noch eine Sache klären. Ich bin ein Pedant. Wie wird dieses eingeschobene s von Seite eins genannt? War das ein Morphem? Das hatte doch einen eigenen Namen. Also halte ich die Begrüßungszeremonie zur Verwunderung meiner Eltern so kurz wie nötig und stürme geradezu ihre Bibliothek. Der Duden sagt es mir: Fugenlaut. Fugenlaute sind Morpheme. Ich wusste es. Ermutigt lese ich weiter und stoße dabei auf eine dieser spitzfindigen Feinheiten, die die deutsche Sprache so unerlernbar und schön zugleich machen: Wassernot versus Wassersnot. Ersteres bedeutet Wassermangel, letzteres bezeichnet eine Überschwemmungskatastrophe.

Wie schnell sich Antonyme doch bilden lassen und für wie viel Verwirrung man mit einem kleinen Buchstaben sorgen kann. Augenblicklich senkt sich mein Blutdruck, hebt sich meine Laune. Sprache gut, alles gut.

Beeindruckend

marcus 15. Dezember 2009

Letzte Woche hatte ich Besuch aus Sichuan (China) auf einem FTP-Server. Um genau zu sein, klopfte der Besuch etwa 20.000 Mal entweder als Benutzer «admin» oder «administrator» an. Dem Angriffsprofil nach zu urteilen, handelte es sich wohl eher um einen minderklugen Angreifer, wahrscheinlich das Schlusslicht eines ersten Informatiksemesters. Wer sonst versucht sich so anzumelden. An einem FTP?

Naja, wie dem auch sei. Ich habe den Quellrechner spaßeshalber angepingt. Etwa 150 Millionen Mal. Nur, um sicherzugehen. Das durchschnittliche RTD betrug etwa 350ms. Bis nach Sichuan sind es etwa 7560km. Eine Antwort legt also 15.120km in etwa 350 ms zurück. Das sind 43,2 km/ms, also 43.200 Kilometer pro Sekunde. Das Paket rennt also in weniger als einer Sekunde einmal um den Äquator. Das ist etwa 5,6 mal schneller als ein Space Shuttle. In einer Stunde legt es gar 155.500.000 km zurück.

Das sind so die kleinen Momente, in denen ich trotz allem Digital Nativesein einen kleinen Moment innehalte und dieses riesige, unsichtbare Wunderwerk, Internet genannt, wirken lasse.


Und just in diesem Moment erhalte ich folgende Mail:

Dear Marcus:

On Wednesday, December 9, 2009 at 06:20 (GMT), Project Honey Pot achieved a
milestone: receiving its 1 billionth spam message. The billionth message was
an United States Internal Revenue Service phishing scam sent to an email
address that had been harvested more than two years ago. More than just a
single spam email, the billionth message represents the collective work of
you and tens of thousands of other web and email administrators like you in
more than 170 countries around the world. Together we have built Project
Honey Pot into the largest community tracking online fraud and abuse.

To celebrate this milestone, we sifted through five years of data to learn
more about spam and the spammers who send it. As a small token of thanks for
your help, we wanted to share some of our more interesting preliminary
findings. Click the following link for the Full Report:

http://www.projecthoneypot.org/1_billionth_spam_message_stats.php

Highlights include:
- Monday is the busiest day of the week for email spam, Saturday is the
quietest

- 12:00 (GMT) is the busiest hour of the day for spam, 23:00 (GMT) is the
quietest

- Malicious bots have increased at a compound annual growth rate (CAGR) of
378% since Project Honey Pot started

- Over the last five years, you'd have been 9 times more likely to get a
phishing message for Chase Bank than Bank of America, however Facebook is
rapidly becoming the most phished organization online

- Finland has some of the best computer security in the world, China some
of the worst

- It takes the average spammer 2 and a half weeks from when they first
harvest your email address to when they send you your first spam message,
but that's twice as fast as they were five years ago

- Every time your email address is harvested from a website, you can expect
to receive more than 850 spam messages

- Spammers take holidays too: spam volumes drop nearly 21% on Christmas Day
and 32% on New Year's Day

- And much more.....

We have published it under the Creative Commons Attribution license, so
don't hesitate to share anything you find interesting. In the end, we
couldn't have gathered this data without you.

Thank you for all your help over the last five years. Here's to wishing you
happy holidays and a relatively spam-free New Year.

Sincerely,

The Project Honey Pot Team

Hier ist übrigens der Link zur Seite.

Bedrohte Minderheiten. Heute: Die Jugend.

marcus 23. Juli 2009

Man kann den 68-ern ja vorwerfen, was man will. Heute will ich ihnen auch einmal etwas vorwerfen. Nämlich, dass sie mit ihrem verhunzten Aufstand für die Vergreisung der deutschen Gesellschaft verantwortlich sind.

Das statistische Bundesamt hat vor zweieinhalb Jahren die Ergebnisse seiner 11. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung präsentiert. Aus den Grafiken lässt sich zum Beispiel herauslesen, dass sich der Anteil der über 35-jährigen seitdem kontinuierlich gesteigert hat. Waren die Alten während der letzten Revolution noch in der Unterzahl, so werden sie sich bis 2050 einen bequemen Vorsprung von gut 20% verschafft haben. Wenn 70% der Bevölkerung lieber in Ruhe Sportschau und Sturm der Liebe gucken wollen, lässt sich’s schwer revoluzzen. Naja, man könnte von 7 bis 13 Uhr und dann nochmal von 15 bis 22 Uhr.  Das sind immerhin 11h Revolution am Tag und anschließend kann man noch eine Stunde beraten, um dann 8h zu schlafen und frisch, fromm, fröhlich, frei in den neuen Revolutionstag zu stürzen. Von 13 bis 15 Uhr gäbe es sogar Mittagspause und Halbzeit zugleich.

Sozial verträgliche Revolutionen! Das wird der neue deutsche Exportschlager!

Okay. Ich nehme, alles zurück: Danke, liebe 68-er. Durch Euer beherztes Aufbegehren werden wir Jungen zwar in die demographische Defensive gedrängt, doch wenn wir dies als Chance und nicht als Problem begreifen, können wir revoluzzen ohne die staatliche Ordnung zu gefährden und dieses revolutionäre Revolutionsprinzip in die Welt exportieren, um davon die Renten Eurer Kinder zu bezahlen und Euch zu gefallen.


Gut. Ich bemerke gerade, dass ich demographisch gerade noch so in die gerade erwähnte Generation hineinfalle. Andererseits aber auch wieder nicht. Eigentlich bin ich auch ein Kind der Praktikums- und Krisengeneration. Das sind die Menschen, die trotz multipler Auslandsaufenthalte, Qualifikationen und Fremdsprachen nur an Praktika geraten. Das ist das Prinzip, was zwar allgemein durch Lippenbekenntnisse verschmäht wird, aber weiterhin gängige Praxis ist. Euer Prinzip. Ein Weiteres ist, uns von Kindesbeinen an die Angst vor dem Aufmucken einzubläuen, weil nur Duckmäuser Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Das war sehr clever von Euch. Macht nur so weiter und Ihr werdet Euch eine Generation williger Rentenleistungerbringungsaffen heranzüchten, die für Euch tanzt, während Ihr von individueller Freiheit, Bürgerrechten und demokratischen Prinzipien schwadroniert. Dann könnt Ihr Euch jeden Morgen im Aufenthaltsraum Eures Pflegeheimes treffen und gemeinsam diese Jugend von heute begaffen, die sich auf der Straße darum prügelt, die Gebisse von 150 alten Menschen putzen zu dürfen. Für ein Mittagessen, versteht sich. Der Rest muss an Euch gehen, ihr seid ja schließlich die pflegebedürftige Mehrheit und wir leben in einer solidarischen Gemeinschaft. Mit Euern statistischen 1,4 Kindern seid Ihr alle Eltern.

Wisst Ihr, was Ihr eigentlich verdient hättet? Dass sich die heutige Jugend als Minderheit begreift, sich zusammenrottet, Minderheitenschutz beantragt und Euch bei dieser Gelegenheit ins Gesicht sagt, was ihr an Eurem System nicht passt:

Entweder Zukunftsjobs oder Schluss mit lustig.
Entweder Ihr macht hier mal wirklich was oder wir werden Eure Rente nicht zahlen.

Entweder alle hören auf, unsere Planeten zu terminieren, anstatt nur davon zu reden oder wir bringen die Zukunft zu Ende.
Denn eins ist mal klar: Wenn’s auf dem Planeten kuschelig warm sein wird und Eure dämlichen Atomfässer im Salzschacht fleißig vor sich hinbrodeln, werdet Ihr nicht mehr anwesend sein.
Wir aber schon.
Meint ihr allen Ernstes, wir haben Lust darauf?
Meint Ihr allen Ernstes, wir würden das Gleiche machen wie Ihr – Kinder in eine verrottende Welt setzen und hoffen, dass es denen einmal besser gehen wird, obwohl wir doch alle längst wissen, dass das nicht der Wahrheit entspricht – und den zweifelhaften Mut aufbringen, diesen – unseren – Kindern diese Lebenslüge der Gesellschaft ins Hirn zu pflanzen?

Gebt uns Jobs und bezahlt uns anständig, sonst ist sozialer Frieden etwas, wovon Ihr träumen könnt, wenn wir Euch lassen.

Obwohl: Ein Aufstand der Jugend gegen das Alter muss fehlschlagen, weil die Kommunikationsebenen andere sind. Die Jugend argumentiert und handelt eher emotional, während das Alter eher (pseudo-) sachlich spricht.

Nun. Das können wir auch.
Wenn wir wollen.
Wollen wir aber nicht.
Aber wenn wir wollten, ginge das höchstwahrscheinlich so: Wir sagen Euch einfach ganz in Ruhe wie wir uns das vorstellen und präsentieren Euch einen neuen Gesellschaftsvertrag. Falls Ihr den ablehnt, werden wir uns umdrehen und Euch ignorieren.  Und die Rentenkasse mit unseren frischgezeugten Kindern plündern. Ha!

Zäsuren.

marcus 2. Juli 2009

Mein Neffe ist beim Bund. Gerade lief er noch mit seiner viel zu großen Brille fröhlich lachend durch die Wohnung und plötzlich trägt er eine Uniform. Wo ist nur die Zeit geblieben? Ihn gehen zu sehen ist schon seltsam. Vor mittlerweile einem Jahrzehnt war ich es, der zum Dienst ging. Und jetzt Robert. Damals war er gerade erst aufs Gymnasium gekommen, mittlerweile hat er sein Abitur.

Irgendwie ist es schizophren: Seit Generationen schickt meine Familie ihre Söhne zur Armee. Inzwischen ist er die dritte Generation, die mit Sicherheit auch wiederkommt. Wir gehen ohne großes Nachdenken. Wir gehen, leisten unseren Pflichtdienst und verschwinden wieder. Und doch verurteilen wir deutsche Kriegseinsätze. Das Nachdenken ist auch von zwei Seiten her blockiert. Einerseits wird über einen längeren Dienst nicht wirklich nachgedacht, weil das Auslandseinsätze mit sich führen würde. Andererseits fragen wir uns nicht, was mit dem Grundwehrdienst eigentlich verbunden ist, nämlich die prinzipielle Anerkennung der Notwendigkeit einer Armee, deren eigentlicher Sinn der Angriff und nicht die Verteidigung ist. Wären alle Armeen nur auf Defensive aus, würde sich das Konzept von selbst erledigen.

Wie dem auch sei, mit Roberts Eintritt in die Bundeswehr geht auch etwas zu Ende. Er geht und kommt wieder. Doch er geht und kommt als ein anderer. Diese Veränderung sehen wir nur aus der Ferne, nur in den Momentaufnahmen. Er ist dem Einfluss der Familie entzogen worden, steht zum ersten Mal völlig allein in einem fremden Umfeld und muss sich behaupten. Dass er das meistern wird, steht außer Frage. Und dennoch – wir als seine Familie sind nicht da, um ihm zu helfen. Er muss es ganz allein schaffen. Dieses Loslassen ist das bittersüße in der Freude über seine Selbstständigkeit.

Gestern telefonierte ich mit meinem Bruder, der ihn in die Kaserne brachte. Er war gerade auf dem Heimweg. «Alles Scheiße», meinte er. Ihm fällt es auch nicht leicht, seinen Jungen gehen zu sehen. Aber beide wissen wir, dass dieser Schritt notwendig ist – in Roberts Interesse. Beide haben wir das Gleiche erfahren. Und trotzdem.

Schließlich huscht mir noch ein kleines Lächeln übers Gesicht. Ich freue mich schon auf das erste Wiedersehen mit Robert. Wir werden bei meinen Eltern im Garten sitzen, grillen und Bier trinken. Die alten Hasen unter uns werden erzählen, dass früher alles viel härter war und er sich glücklich schätzen kann, dass er in diesen Zeiten dienen darf. Danach packen wir unsere Dienstgrade aus und norden den Gefreiten in spe erst einmal ein. Zwar sind die Schulterstücke aller vor mir längst passé, denn inzwischen bin ich der Einzige, auf den sich der Ernstfall einer Generalmobilmachung auswirken könnte, aber das zählt in diesem Augenblick nicht. Schließlich haben wir alle längere Dienstzeiten als er.  Nun wird er seine neuesten Geschichten über StUffze und Uffze und OGs und HGs und die Fähnriche und Fahnenjunker auspacken. Wir werden sie gnädig anhören, dabei genüsslich unser Gerstenbrot trinken und anschließend spenden wir ihm Trost und Stärke, indem jeder seine eigenen Geschichten auf den Tisch legt. Genau dieser Augenblick ist etwas eigenartiges: In diesem Moment verbrüdern wir uns nicht als Väter, Brüder und Söhne sondern als Kameraden. Eigentlich geht es dabei darum, Robert in den Kreis der Männer der Familie aufzunehmen – und Feststellung der Hierarchie ist dabei wichtig. Das interessante dabei ist allerdings, dass dies über einen außerfamiliären Zusammenhang geschieht.

Genau jetzt muss ich über dieses zukünftige Treffen schmunzeln. «Mensch, woher kommt Dir das nur bekannt vor?» Und da fällt es mit ein «Diederich Heßling war ein weiches Kind, das am liebsten träumte, sich vor allem fürchtete und viel an den Ohren litt.» Heinrich Mann: Der Untertan. Ach ja, die gute alte Kaiserzeit. Damals war es Sedan 1870, davor waren es die 48er und davor die Teilnehmer der Völkerschlacht. Heute zählen nicht die geschlagenen Schlachten, sondern wieviel Zeit jemand zum Antreten in Kampfmontur hatte oder welche Ereignisse es während der Wachdienste gab. Das Prinzip ist dasselbe, die Geschichten sind andere.

GEMA zurückpfeifen!

marcus 17. Juni 2009

Das habe ich soeben gemailt bekommen. Macht mit!

—8<—

Hallo Freunde,
dieses hier ist kein Newsletter, sondern eine wirklich große Bitte an  euch alle an der folgenden Petition des Bundestages teilzunehmen:
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=4517
Die Registrierung ist sicher und läßt sich innerhalb von 2 Minuten  bewerkstelligen. Die Datenschutzerklärung ist in Ordnung und zur  Zustimmung braucht es dann nurnoch einen einzigen Klick.
Es handelt sich um eine SEHR SEHR wichtige Petition, die ALLE  betrifft, die Musik machen, Musik hören, gerne auf Konzerte gehen oder generell einem großen kulturell schadhaftem Mißstand in unserem Land entgegentreten wollen: der Tantiemenverteilung der GEMA.
Das Thema wird nur auf die Tagesordnung unseres Parlaments kommen, wenn bis zum 17.Juli 50000 Unterschriften gesammelt sind. Deshalb  bitte ich euch alle diesen Aufruf an eure Freunde weiterzuleiten und möchte insbesondere Musiker, Blogbetreiber und Journalisten um die Bekanntmachung der Petition und zum Aufruf an der Teilnahme bitten.
Insbesondere geht es hierbei um die von der GEMA beabsichtige Erhöhung der Gebühren bei Live Musik um 600% (!!). Dies wird nicht nur den  Veranstaltern schaden, manche, vor allem kleinere Konzerte unmöglich machen, die Preise für Veranstaltungen erhöhen, es ist auch nicht zum Nutzen der Musiker (wie man eigentlich erwarten könnte).
Durch einen überaus komplexen Verteilungsplan, welcher u.a. Radioairplays (es werden Deutschlandweit nur 25 (!!) Sender
ausgewertet), Chartpositionierungen (die Erstellung der zur Auswertung kommenden Charts ist sehr fragwürdig), Unterscheidung zwischen E- und  U-Musik (E ist sogenannte ernste Musik, in erster Linie Klassik, U ist Unterhaltungmusik) beinhaltet, werden die von der GEMA eingenommenen Gelder nicht direkt den auftretenden Künstlern zugewiesen, sondern landen erst in einem „großen Topf“. Da fast alle Independent-Artists  weder auf Airplay, TV-Sendungen, oder Charterfolge, etc. verweisen  können, werden die Einnahmen vor allem Majorlabel-Artists, Lady Gaga,  Musikantenstadl und Co. zu Gute kommen. Es klingt abgedroschen, aber  es handelt sich hier um die Realität! Kleinere und mittelgroße  Künstler (also der größte Teil) werden von der Erhöhung der Gebühren  in der GEMA-Sparte Livemusik kaum profitieren! Im dreistelligen Euro- Bereich eingenommene Gebühren können hier schnell zu einem Centbetrag  zusammenschrumpfen.
Bitte nehmt euch die Zeit!

das

White Trash Team

—>8—

Ältere Einträge »

Switch to our mobile site