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Beeindruckend

marcus 15. Dezember 2009

Letzte Woche hatte ich Besuch aus Sichuan (China) auf einem FTP-Server. Um genau zu sein, klopfte der Besuch etwa 20.000 Mal entweder als Benutzer «admin» oder «administrator» an. Dem Angriffsprofil nach zu urteilen, handelte es sich wohl eher um einen minderklugen Angreifer, wahrscheinlich das Schlusslicht eines ersten Informatiksemesters. Wer sonst versucht sich so anzumelden. An einem FTP?

Naja, wie dem auch sei. Ich habe den Quellrechner spaßeshalber angepingt. Etwa 150 Millionen Mal. Nur, um sicherzugehen. Das durchschnittliche RTD betrug etwa 350ms. Bis nach Sichuan sind es etwa 7560km. Eine Antwort legt also 15.120km in etwa 350 ms zurück. Das sind 43,2 km/ms, also 43.200 Kilometer pro Sekunde. Das Paket rennt also in weniger als einer Sekunde einmal um den Äquator. Das ist etwa 5,6 mal schneller als ein Space Shuttle. In einer Stunde legt es gar 155.500.000 km zurück.

Das sind so die kleinen Momente, in denen ich trotz allem Digital Nativesein einen kleinen Moment innehalte und dieses riesige, unsichtbare Wunderwerk, Internet genannt, wirken lasse.


Und just in diesem Moment erhalte ich folgende Mail:

Dear Marcus:

On Wednesday, December 9, 2009 at 06:20 (GMT), Project Honey Pot achieved a
milestone: receiving its 1 billionth spam message. The billionth message was
an United States Internal Revenue Service phishing scam sent to an email
address that had been harvested more than two years ago. More than just a
single spam email, the billionth message represents the collective work of
you and tens of thousands of other web and email administrators like you in
more than 170 countries around the world. Together we have built Project
Honey Pot into the largest community tracking online fraud and abuse.

To celebrate this milestone, we sifted through five years of data to learn
more about spam and the spammers who send it. As a small token of thanks for
your help, we wanted to share some of our more interesting preliminary
findings. Click the following link for the Full Report:

http://www.projecthoneypot.org/1_billionth_spam_message_stats.php

Highlights include:
- Monday is the busiest day of the week for email spam, Saturday is the
quietest

- 12:00 (GMT) is the busiest hour of the day for spam, 23:00 (GMT) is the
quietest

- Malicious bots have increased at a compound annual growth rate (CAGR) of
378% since Project Honey Pot started

- Over the last five years, you'd have been 9 times more likely to get a
phishing message for Chase Bank than Bank of America, however Facebook is
rapidly becoming the most phished organization online

- Finland has some of the best computer security in the world, China some
of the worst

- It takes the average spammer 2 and a half weeks from when they first
harvest your email address to when they send you your first spam message,
but that's twice as fast as they were five years ago

- Every time your email address is harvested from a website, you can expect
to receive more than 850 spam messages

- Spammers take holidays too: spam volumes drop nearly 21% on Christmas Day
and 32% on New Year's Day

- And much more.....

We have published it under the Creative Commons Attribution license, so
don't hesitate to share anything you find interesting. In the end, we
couldn't have gathered this data without you.

Thank you for all your help over the last five years. Here's to wishing you
happy holidays and a relatively spam-free New Year.

Sincerely,

The Project Honey Pot Team

Hier ist übrigens der Link zur Seite.

Michael Jackson stirbt und das Internet bricht zusammen.

marcus 28. Juni 2009

Ist doch völlig logisch, oder?

Nicht? Doch. Und zwar weil:

Web2.0 hat aus dem Informierungsdrang der Menschheit vielerorts bereits einen Zwang entstehen lassen.  Mit den entsprechenden Repressalien auf allen Kommunikationskanälen. Ich habe Dir vor einer Stunde eine Mail geschrieben, warum antwortest Du nicht? oder noch besser Ich habe Dich angerufen, aber Du bist nicht rangegangen. Vielleicht will ich einfach nicht? Egal. Halten wir einfach fest, dass Menschen jetzt, wo sie kommunizieren können, glauben, sie müssten kommunizieren. Denn das Konzept von Sender->Botschaft->Empfänger funktioniert nur, wenn der Empfänger auch empfängt.

Mit diesem gehen wir einen Schritt weiter: Das Internet das weltweite Kondolenzbuch. Seit Michael Jackson gestorben ist. Genauer gesagt liegt es an Twitter. Die sind der ganzen Sache noch nicht gewachsen. Twitter hatte eine Verdopplung der sekündlichen Nachrichten zu verkraften. Das ist jetzt nicht wenig. (Nagut, man könnte jetzt sagen, mit einem cleveren EC2-Konzept hätte man entgegenwirken können.) Doch nicht nur Twitter hatte zu tun. AIM war für 40 Minuten einfach tot und der  Alles-von-Michael-Jackson-Kanal bei AOL Radio hatte mal locker flockig 28.471% mehr Zugriffe. In Worten: Achtundzwanzigtausendvierhunderteinundsiebzig. Da hilft das beste Konzept nichts. Da ist es einfach nur vorbei.

Aber das Internat ist nicht nur Kummerkasten. Es ist auch die weltweite Welterklärmaschine. Seit der Patrick-Swayze-Panne ist man vorsichtig geworden, per Gerücht Menschen für tot zu erklären. Doch in den Minuten der Ungewissheit und des Wartens fragt man das Netz natürlich häufiger. CNET hat sich eine Grafik dafür besorgt. Bei wikipedia stritt man sich höchst offiziell, ob und wie und wann man denn nun schreiben darf, dass der Mensch tot ist. Die Webseiten der Zeitungen und Fernsehstationen waren entweder unwahrscheinlich langsam oder schlicht und ergreifend weg. Auch hierzu hat CNET einen schönen Artikel.

Selbst google war der Sache nicht gewachsen. Aufgrund des sprunghaften Anstieges des Datenaufkommens hat sich die google-Maschine entschlossen, das als Angriff zu werten und in den entsprechenden Selbstschutz-Modus zu gehen (Offenbar gibt es sowas. Toll, oder?). Damit war ein großer Teil der Webseiten zum Thema verdächtig.

In Los Angeles stirbt ein Mensch und die ganze Welt dreht völlig frei. Schmetterlingseffekt?

Luft holen / Take a breath

marcus 24. Juni 2009

Gerade ist alles ziemlich bunt: Twitter lässt die Leitungen glühen und unterstützt hyperhektisch das Aufbegehren einer Elite, Java & PHP machen mein professionelles und seSotho & Tibet mein akademisches Leben schwer.

Wie soll man da bitte zur Ruhe kommen?!

Natürlich mit einer Aufnahme von Antonín Dvořáks Humoresque op. 101 No. 7 in einer Interpretation von Mischa Elman! Uralt und wunderschön.

Auf ein beiläufig-kurzweiliges Detail möchte ich aber noch kurz aufmerksam machen. Das Video wurde von Warner Brothers produziert und verfügt über eine A- und B-Seite. Das ist wie eine 45er-Schallplatte, nur mit Videos.

At the moment, things are quite fast: Twitter has gone wild over supporting a elite’s uprising, Java & PHP make my professional life a torture while seSotho & Tibet doing the same for the academic.

How am I supposed to calm down then?

With a record of Antonín Dvořák’s Humoresque op. 101 No. 7 interpreted by Mischa Elman! Immemorial and marvellous at once.

There’s a fancy little detail. The video is like a 7″-vinyl but with video: The A-side is Dvořák while the B-side is Gossec. Interesting concept, Warner Brothers.

YouTube Preview Image

Das muss jetzt einfach mal gesagt werden!

marcus 6. Juni 2009

Was das Netz bringt, wird immer klarer. Neue Ausdrucksformen für hobbymäßige Schreiberlinge wie mich (blogs), für semiprofessionelle Videokünstler (youtube), für Wohnzimmernachrichtenticker (twitter), für Vergessliche gibt es selbstaktualisierende Adressbücher und Geburtstagserinnerer (social networks) sowie allgemeine Erinnerungshelfer (social bookmarking).

Einzeln betrachtet sind diese Sachen schon recht spannend. So richtig spannend wird die Sache aber erst, wenn sie miteinander verknüpft werden. Was auf der Anbieterseite bereits geschieht. Denkt sich ein Nutzer aber nun: “Wenn die das können, kann ich das auch!”, so wird es schwer.

Nachdem ich meine anfängliche Twitter-Abneigung überwunden hatte, fand ich in diesem Tool eine wunderbare Möglichkeit halbnützliche Links zu verteilen. Bisher hatte ich ein Rudel von Leuten, die so etwas über Skype zugeschickt bekamen. An und ab. Das ist dann aber wieder so eine Sache: Manche schauen es sich nicht an, andere hingegen schon und wieder andere wehren sich dann vehement dagegen. Es ist ihnen zu viel. Für einen Moment spielte ich mit dem Gedanken, die Links, die mir am Tag über die Füße gefallen sind, abends in einem Artikel zu posten. Das geht aber mit meinem Tagesrhythmus nicht. Also wöchtentlich. Hui. Das wäre ganz schön viel. Also verwerfe ich den Gedanken und versuche es einmal mit Twitter. Das geht recht gut: Man findet einen Link, setzt noch eine Zeile Text dazu und schickt die Sache weiter. Doch es wird noch besser: Weil die Zeitungen, die man online liest, ihre Nachrichten auch twittern, braucht man keinen RSS-Feed mehr zu abonnieren und muss die Links nicht mehr via copy&paste in Skypefenster transformieren, muss keine Leute bestimmen, die das erhalten sollen, in der Hoffnung es nicht falsch zu treffen und danach wieder zeitverschlingende Diskussionen vom Zaun zu brechen. Nein! Ein Klick, ein Enter und schon ist ein Posting fertig. Und jeder, der will, kann es sich ansehen. Niemand ist gezwungen. Toll! (Und ich lache wieder einmal über mich selbst, weil ich den neophoben Trendsettern mal wieder auf den Leim gegangen bin)

Seit einer Weile ist mir klar, dass die Verknüpfung der  ganzen Technologien  ihr ureigenstes Ziel ist, denn jede dieser Anwendungen ist auf zwei Sachen aus, nämlich  Leute zusammen zu bringen und Informationen auszutauschen. Aber wie fange ich das an?

Nun, zunächst die blogs:
Ich bastele mir ein eigenes blog, das seine Informationen von meinen blogs und meinem delicious-Konto erhält. (Wozu social bookmarking, wenn keiner davon erfährt?) Nagut, ich aggregiere von weiteren blogs aus meiner direkten Umgebung, allerdings wird die Herkunft nie verschwiegen. Das wiederum lasse ich von Facebook einsaugen. Wenn andere social networks so clever wären, würde ich das auch dort machen. Außerdem bekommt Twitter eine Information über neue Postings auf diesem Aggregator und verkündet automatisiert davon.

Jetzt die Instant-Messenger und die social networks:
Beim Twittern selbst habe ich ein weiteres Problem für mich gelöst, dass mir seid einer Weile nun schon sauer aufstieß: Nicht nur die Informationen sind völlig verteilt, die Menschen selbst sind es auch. Einen Teil kenne ich im XING, andere im Skype oder im facebook, im google-Universum oder über twitter. Woher soll ich also wissen, welche Information für wen von Relevanz sein kann? Das geht bewi 200-300 Menschen nicht mehr. Dann wäre ich nur noch am Kommunizieren und hätte kaum die Möglichkeit, von selbst neue Eindrücke zu bekommen. Also schalte ich vor Twitter noch ping.fm. Das sorgt nicht nur dafür, dass lange URLs verkürzt werden, sondern verteilt den Status an Twitter, all meine Instant-Messenger und Facebook.

Für mich ist damit das Ziel erreicht: Ich poste von einer Stelle aus alles halb-relevante und es wird breit verteilt. Bei den blogs ist es ähnlich, allerdings entscheidet das Thema über den ursprünglichen Entstehungsort.

Ich lebe entspannter als zu vor: Ich deinstalliere meine Facebook-Toolbar, denn der Status aktualisiert sich von selbst. Ich bin viel weniger häufig in den sozialen Netzen und vergeude ergo weniger Zeit. Jedoch sind die  es tun umso erregter: Zu viele Informationen. Nun, jeder sollte inzwischen seine eigene Strategie entwickelt haben, mit der tagtäglichen Informationsflut umzugehen. Seltsam ist es dann aber wenn die Leute, die sich über zu viele Informationen mit Sätzen wie “Arbeitst Du überhaupt” beschweren, zum sinnfreien Diskutieren über die Tatsache, dass ich es tue, mehr als genügend Zeit finden. Und das nur Minuten nach der Veröffentlichtung. Über Tage hinweg.

<sarkasmus>

Ich erkenne soeben, wieviel Schuld auf mir lastet: In dem Versuch, Informationsangebote zu unterbreiten und dabei gleichzeitig meinen Zeitverlust zu minimieren, habe ich Leute dazu genötigt, Teile  ihrer Arbeitszeit aufzubringen, mich dafür  zu kritisieren. Denn habe für einen Moment vergessen, wer ich bin: Der Ursupator Eures Willens!

</sarkasmus>

Das Tageswerk, es ist vollbracht…

marcus 18. April 2009

Auf dem Plan stand für heute: «Referat für Mittwoch machen». Bis jetzt habe ich folgendes dafür getan: Gliederung und Powerpoint-Layout. Inhalte werden eh überbewertet….

Dafür war ich sehr erfolgreich im Netz unterwegs. Außerdem habe ich tolle Sachen auf arte gesehen. Ursprünglich wollte ich im Netz nach «Erdöl, Brot und Korruption» suchen,warum weiß ich jetzt nicht mehr. Doch: Ich finde, dass das ein wichtiger Film ist und wollte mir seine Adresse merken. Leider war das Video nicht mehr auf Arte+7 zu finden. (Was nicht weiter verwunderlich ist, schließlich sind die sieben Tage längst vorbei). Glücklicherweise hat google video noch eine Kopie: http://video.google.com/videoplay?docid=1360370023406213265

Okay. Das hatte ich also gefunden. Nun war mir langweilig. Ich schaltete den Fernseher ein. Nach einer halben Folge Futurama musste ich erneut feststellen, dass das Fernsehangebot unterirdischst ist. Doch dann stolperte ich beim zappen über «Kigali – Bilder gegen ein Massaker». Eine grandiose weil erschütternde Dokumentation über den mehr als zynischen Umgang der Welt mit dem Völkermord in Ruanda 1994. Interessanterweise ist Bernard Kouchner jetzt französischer Außenminister und hat den von ihm geschaffenen Posten des Staatssekretärs für Menschenrechte wieder abgeschafft. Was dabei verwundert ist eigentlich nur, dass er ihn überhaupt geschaffen hat.

Zwischendurch beschloss ich, mit dem Twittern zu beginnen.

Nachdem ich das durch hatte, fing ein Spielfilm an, der mich in seiner Art ebenso fesselte: «Vom atmen unter Wasser». Nah, intensiv und doch befremdend. Aber menschlich, ehrlich und schön. Die Geschichte ist kurz erzählt: Eine deutsche Bilderbuchfamilie zerbricht: Die Tochter wird mit 16 Jahre ermordet. Ein Jahr später versucht die Mutter, sich das Leben zu nehmen. Vater hat inzwischen eine heimliche Neue und der Sohn kommt mit der besten Freundin seiner toten Schwester zusammen. Nach und nach bricht all das ungesagt schwelende auf und reißt die Familie auseinander.

Tja und dann habe ich ein paar tolle Webseiten gefunden. Zum einen diese hier, die eine Kampagne beschreibt, die unter einem Zitat George Orwells läuft: History is written by the winners (die Gesichte wird von den Gewinnern geschrieben). Grandios. Danach noch zwei blogs zum Thema Werbung, nämlich das hier und jenes dort. Eine Sache, die mich auch schon seit einer Weile interessiert: Über Werbung schreiben. Kann man nicht Werbekritiker sein? Werbung ist doch auch Kunst, oder? Über ein anderes blog kam ich auf www.idoidea.co.za. Sieht schon ein bisschen weird aus, aber ein interessanter Versuch. Dann fand ich «Herman Manson’s Blog» und einen langen Artikel über Web2.0. Manson ist der Ansicht, dass Facebook nicht zum web2.0 gehört. Ist ein interessanter Ansatz, der mir bislang so nicht bewusst war, aber da ist was dran. Tja, man vergisst so schnell, mit welchem Anspruch web2.0 eigentlich angetreten ist. Schließlich wurde ich noch auf eine weitere Seite aufmerksam. Das ist ein südafrikanischer Anbieter, der wohl ein Wordpress soweit aufgebohrt hat, dass es ein massenfertiges CMS für die eigene Webseite ist. Großartig!

Schlussendlich ist mir gerade aufgefallen, dass die Seite mit der Zitat-von-Orwell-Kampagne und Herman Manson eng zusammengehören – Manson ist Herausgeber des blogs und Autor des Artikels. Außerdem ist MarkLives! ein Medienmagazin aus Südafrika, dessen erste Ausgabe  man hier sehen kann.

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