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Michael Jackson stirbt und das Internet bricht zusammen.

marcus 28. Juni 2009

Ist doch völlig logisch, oder?

Nicht? Doch. Und zwar weil:

Web2.0 hat aus dem Informierungsdrang der Menschheit vielerorts bereits einen Zwang entstehen lassen.  Mit den entsprechenden Repressalien auf allen Kommunikationskanälen. Ich habe Dir vor einer Stunde eine Mail geschrieben, warum antwortest Du nicht? oder noch besser Ich habe Dich angerufen, aber Du bist nicht rangegangen. Vielleicht will ich einfach nicht? Egal. Halten wir einfach fest, dass Menschen jetzt, wo sie kommunizieren können, glauben, sie müssten kommunizieren. Denn das Konzept von Sender->Botschaft->Empfänger funktioniert nur, wenn der Empfänger auch empfängt.

Mit diesem gehen wir einen Schritt weiter: Das Internet das weltweite Kondolenzbuch. Seit Michael Jackson gestorben ist. Genauer gesagt liegt es an Twitter. Die sind der ganzen Sache noch nicht gewachsen. Twitter hatte eine Verdopplung der sekündlichen Nachrichten zu verkraften. Das ist jetzt nicht wenig. (Nagut, man könnte jetzt sagen, mit einem cleveren EC2-Konzept hätte man entgegenwirken können.) Doch nicht nur Twitter hatte zu tun. AIM war für 40 Minuten einfach tot und der  Alles-von-Michael-Jackson-Kanal bei AOL Radio hatte mal locker flockig 28.471% mehr Zugriffe. In Worten: Achtundzwanzigtausendvierhunderteinundsiebzig. Da hilft das beste Konzept nichts. Da ist es einfach nur vorbei.

Aber das Internat ist nicht nur Kummerkasten. Es ist auch die weltweite Welterklärmaschine. Seit der Patrick-Swayze-Panne ist man vorsichtig geworden, per Gerücht Menschen für tot zu erklären. Doch in den Minuten der Ungewissheit und des Wartens fragt man das Netz natürlich häufiger. CNET hat sich eine Grafik dafür besorgt. Bei wikipedia stritt man sich höchst offiziell, ob und wie und wann man denn nun schreiben darf, dass der Mensch tot ist. Die Webseiten der Zeitungen und Fernsehstationen waren entweder unwahrscheinlich langsam oder schlicht und ergreifend weg. Auch hierzu hat CNET einen schönen Artikel.

Selbst google war der Sache nicht gewachsen. Aufgrund des sprunghaften Anstieges des Datenaufkommens hat sich die google-Maschine entschlossen, das als Angriff zu werten und in den entsprechenden Selbstschutz-Modus zu gehen (Offenbar gibt es sowas. Toll, oder?). Damit war ein großer Teil der Webseiten zum Thema verdächtig.

In Los Angeles stirbt ein Mensch und die ganze Welt dreht völlig frei. Schmetterlingseffekt?

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