Das muss jetzt einfach mal gesagt werden!
Was das Netz bringt, wird immer klarer. Neue Ausdrucksformen für hobbymäßige Schreiberlinge wie mich (blogs), für semiprofessionelle Videokünstler (youtube), für Wohnzimmernachrichtenticker (twitter), für Vergessliche gibt es selbstaktualisierende Adressbücher und Geburtstagserinnerer (social networks) sowie allgemeine Erinnerungshelfer (social bookmarking).
Einzeln betrachtet sind diese Sachen schon recht spannend. So richtig spannend wird die Sache aber erst, wenn sie miteinander verknüpft werden. Was auf der Anbieterseite bereits geschieht. Denkt sich ein Nutzer aber nun: “Wenn die das können, kann ich das auch!”, so wird es schwer.
Nachdem ich meine anfängliche Twitter-Abneigung überwunden hatte, fand ich in diesem Tool eine wunderbare Möglichkeit halbnützliche Links zu verteilen. Bisher hatte ich ein Rudel von Leuten, die so etwas über Skype zugeschickt bekamen. An und ab. Das ist dann aber wieder so eine Sache: Manche schauen es sich nicht an, andere hingegen schon und wieder andere wehren sich dann vehement dagegen. Es ist ihnen zu viel. Für einen Moment spielte ich mit dem Gedanken, die Links, die mir am Tag über die Füße gefallen sind, abends in einem Artikel zu posten. Das geht aber mit meinem Tagesrhythmus nicht. Also wöchtentlich. Hui. Das wäre ganz schön viel. Also verwerfe ich den Gedanken und versuche es einmal mit Twitter. Das geht recht gut: Man findet einen Link, setzt noch eine Zeile Text dazu und schickt die Sache weiter. Doch es wird noch besser: Weil die Zeitungen, die man online liest, ihre Nachrichten auch twittern, braucht man keinen RSS-Feed mehr zu abonnieren und muss die Links nicht mehr via copy&paste in Skypefenster transformieren, muss keine Leute bestimmen, die das erhalten sollen, in der Hoffnung es nicht falsch zu treffen und danach wieder zeitverschlingende Diskussionen vom Zaun zu brechen. Nein! Ein Klick, ein Enter und schon ist ein Posting fertig. Und jeder, der will, kann es sich ansehen. Niemand ist gezwungen. Toll! (Und ich lache wieder einmal über mich selbst, weil ich den neophoben Trendsettern mal wieder auf den Leim gegangen bin)
Seit einer Weile ist mir klar, dass die Verknüpfung der ganzen Technologien ihr ureigenstes Ziel ist, denn jede dieser Anwendungen ist auf zwei Sachen aus, nämlich Leute zusammen zu bringen und Informationen auszutauschen. Aber wie fange ich das an?
Nun, zunächst die blogs:
Ich bastele mir ein eigenes blog, das seine Informationen von meinen blogs und meinem delicious-Konto erhält. (Wozu social bookmarking, wenn keiner davon erfährt?) Nagut, ich aggregiere von weiteren blogs aus meiner direkten Umgebung, allerdings wird die Herkunft nie verschwiegen. Das wiederum lasse ich von Facebook einsaugen. Wenn andere social networks so clever wären, würde ich das auch dort machen. Außerdem bekommt Twitter eine Information über neue Postings auf diesem Aggregator und verkündet automatisiert davon.
Jetzt die Instant-Messenger und die social networks:
Beim Twittern selbst habe ich ein weiteres Problem für mich gelöst, dass mir seid einer Weile nun schon sauer aufstieß: Nicht nur die Informationen sind völlig verteilt, die Menschen selbst sind es auch. Einen Teil kenne ich im XING, andere im Skype oder im facebook, im google-Universum oder über twitter. Woher soll ich also wissen, welche Information für wen von Relevanz sein kann? Das geht bewi 200-300 Menschen nicht mehr. Dann wäre ich nur noch am Kommunizieren und hätte kaum die Möglichkeit, von selbst neue Eindrücke zu bekommen. Also schalte ich vor Twitter noch ping.fm. Das sorgt nicht nur dafür, dass lange URLs verkürzt werden, sondern verteilt den Status an Twitter, all meine Instant-Messenger und Facebook.
Für mich ist damit das Ziel erreicht: Ich poste von einer Stelle aus alles halb-relevante und es wird breit verteilt. Bei den blogs ist es ähnlich, allerdings entscheidet das Thema über den ursprünglichen Entstehungsort.
Ich lebe entspannter als zu vor: Ich deinstalliere meine Facebook-Toolbar, denn der Status aktualisiert sich von selbst. Ich bin viel weniger häufig in den sozialen Netzen und vergeude ergo weniger Zeit. Jedoch sind die es tun umso erregter: Zu viele Informationen. Nun, jeder sollte inzwischen seine eigene Strategie entwickelt haben, mit der tagtäglichen Informationsflut umzugehen. Seltsam ist es dann aber wenn die Leute, die sich über zu viele Informationen mit Sätzen wie “Arbeitst Du überhaupt” beschweren, zum sinnfreien Diskutieren über die Tatsache, dass ich es tue, mehr als genügend Zeit finden. Und das nur Minuten nach der Veröffentlichtung. Über Tage hinweg.
<sarkasmus>
Ich erkenne soeben, wieviel Schuld auf mir lastet: In dem Versuch, Informationsangebote zu unterbreiten und dabei gleichzeitig meinen Zeitverlust zu minimieren, habe ich Leute dazu genötigt, Teile ihrer Arbeitszeit aufzubringen, mich dafür zu kritisieren. Denn habe für einen Moment vergessen, wer ich bin: Der Ursupator Eures Willens!
</sarkasmus>
Wenn der Morgen erwacht
…und man selbst nicht wieder erwachen möchte. Nie wieder!
Sich vielleicht überlegt, wie die letzten Stunden vor dem Dahinraffen in Morpheus’ Reich ausgesehen haben und plötzlich ein sehr ungutes Gefühl bekommt. Ein Geistesblitz zuckt durchs erwachende Hirn und man reißt die Augen auf. ‘Oh Gott. Oh Nein. Lass das nicht wahr sein.‘ Langsam und zögernd dreht sich der Kopf auf die Seite und erblickt ein fremdes Gesicht, dass sich die künstliche Verfärbung die ganze Nacht schon am Kopfkissen abgerieben hat. Sie schläft noch. Sehr gut. ‘Wer ist sie eigentlich und seit wann habe ich sie im Schlepptau?‘ Nervöses Kramen im Erinnerungskatalog. Die Einträge des Vorabends sind eine lose Zettelsammlung. ‘Kein Wunder, dass ich mich nicht erinnern kann!‘ Ein verschwommenes Polaroid taucht auf. Es ist das Bird. ‘Da waren wir zuletzt. Aber da war sie schon von Anfang an dabei. Wo war ich (oder wir) davor? Und kann mal jemand den Namen der Dame besorgen, bevor sie aufwacht?!‘ An solchen Morgen stelle ich fest, dass so ein Extra-Hirn schon gut wäre. Weil man seins verloren hat. Vielleicht via USB oder als Pille. Need a Brain? In your face! Oder im Nutella drin. Albert Einstein frühstückt Nutella. Das wäre die Werbung schlechthin! Oder als Zäpfchen? Neu! Hirn für’n Arsch! Ich muss schmunzeln. Der Humor ist schonmal munter. Lächeln geht auch. Gut, denn lächeln wird gleich wichtig sein, wenn Wie hieß sie jetzt? Und woher kommt sie? … aufwacht. Da muss ich halbwegs die Panik überlächeln können. Es gibt nicht schlimmeres am Morgen, als munter zu werden und in ein fremdes Gesicht zu schauen, dessen Blick einem unmissverständlich klarmacht: Du warst ein Fehler.
Naja. Vielleicht ist auch alles anders…
Was würde Jesus dazu sagen?
Klar, der Papst ist Gottes Stellvertreter auf Erden. Und was er sagt, wird als Gottes Wort angesehen. Aber wieso ändert Gott mit jedem Papst einen Teil seiner Ansichten? Patrick Boivin hat sich dazu etwas einfallen lassen…
Patricks Youtube-Channelpage ist übrigens den einen oder anderen Blick wert.
Achso und dann wäre da noch Joh Dels blog, das eigentlich eher ein Portfolio als ein blog ist.
zu schön um wahr zu sein.
Da hat wohl jemand ein kleines Script geschrieben…
Hier die Details zum Replizieren:
- Seite: www.amazon.de
- erster Suchbegriff: pc vernetzen
- zweiter Suchbegriff: sachbuch
Nachtrag: Der miescha hat mir einen Link geschickt, der vielleicht einen Grund für das Fehlverhalten liefern könnte.
Whenever life gets you down, Mrs. Brown…
9 Uhr 40
Ich verlasse das Haus mit der üblichen Zehn- Minuten- Verspätung. Eigentlich kann ich das garnicht mehr sagen. Zehn Minuten früher zu gehen würde Stress bedeuten. Zehn Minuten eher aufzustehen… Naja, ich bin schon froh, dass ich mich meiner Wunschaufstehzeit annähere. Egal. Ich verlasse das Haus und habe eine Zeitung.
Grausames, gemeines Leben: 0
Marcus: 1
9 Uhr 46
Meine Straßenbahn kommt. Sie ist erschreckend leer. Ich werfe einen verstörten Blick auf die Uhr um mich zu vergewissern, dass ich mich nicht um eine Stunde vertan habe. Wurden die Uhren umgestellt und keiner hat mir etwas gesagt? Dem ist nicht so. Ich beschließe, es zu genießen. Juhu!
Grausames, gemeines Leben: 0
Marcus: 1½
Sieht gut aus für mich.
9 Uhr 50
Ich bin an der S-Bahn. Hier sieht es bekannt aus. Die S85 fällt wegen «Verzögerungen im Betriebsablauf heute leider aus», sagt die nette Computerstimme. «Wir bitten um Verzeihung.», sagt die nette Computerstimme. Computerstimmen am Bahnhof geben der Sache etwas unpersönliches. Und eine Entschuldigung vom Band kann nicht ernst gemeint sein. Egal. Ich lese weiter Zeitung.
9 Uhr 55
Zur Abwechslung sagt mir heute mal die gleiche Computerstimme, dass «sich die Ankunft der Ringbahn S42 um wenige Minuten verspäten» werde. Zwei davon sind schon einmal um.
Grausames, gemeines Leben: ½
Marcus: 1½
9 Uhr 56
Auch die S8 wird digital entschuldigt.
9 Uhr 57
So. Die «wenigen Minuten» sind jetzt um. Die Bahnangestellte, die sich offensichtlich in ihrem Häuschen verschanzt hat, entschuldigt sich nun auch, sagt uns aber, dass die nächste Ringbahn schon an der Frankfurter Allee sei und in zehn Minuten käme. Spontan verlässt der halbe Bahnhof den Bahnsteig.
Grausames, gemeines Leben: 1
Marcus: 1½
10 Uhr 3
Die Bahnfrau tut es wirklich leid. Ihre Aufgabe wird nicht besser. Die Nord-Süd-Verbindung würde auch nicht mehr fahren. Jetzt ist der Bahnhof leer. Wir stürzen uns in die nächste Straßenbahn.
Grausames, gemeines Leben: 1½
Marcus: 1½
10 Uhr 8
Die Straßenbahn ist zu 250% voll. Jippie. Glücklicherweise habe ich einen Platz an der Tür mit Möglichkeit zum Anlehnen erwischt. Frischer Ratensauerstoff ist mir also gewiss.
Grausames, gemeines Leben: 1½
Marcus:2
10 Uhr 21
Ich am Alex. Kommt eine Straßenbahn für mich?
10 Uhr 22
In 12 Minuten. Das ist mir zu lang.
10 Uhr 25
Am Hackeschen Markt. Die Ost-West-S-Bahnen fahren noch, die ICEs nicht.
10 Uhr 31
Die M1 fährt SEV. Juhu. Ich laufe.
Grausames, gemeines Leben: 2
Marcus: 2
10 Uhr 33
Der SEV fährt an mir vorbei. Juhu.
Grausames, gemeines Leben: 3
Marcus:2
10 Uhr 41
Ich bin auf Arbeit. Da hätte ich auch laufen können.
Grausames, gemeines Leben: 4
Marcus: 2
10 Uhr 45
Am Arbeitsplatz bemerke ich die Schweißflecken unter meinen Armen.
Grausames, gemeines Leben: 5
Marcus: 2
Zieh Dir was Warmes an, sagen sie. Es ist Herbst, sagen sie. Nicht dass Du Dich erkältest, sagen sie.
Grausames, gemeines Leben: 6
Marcus: 2
Ich fühle und rieche den Schweiß.
Grausames, gemeines Leben: 7
Marcus: 2
Das Hemd habe ich vor anderthalb Stunden frisch angezogen.
Grausames, gemeines Leben: 8
Marcus: 2
Ich hasse dieses Spiel.
Alf? E.T.? Elvis?
Gerade lese ich im heise-ticker, dass Phoenix nun gelandet sei. Ich folge den Links und komme auf die Missionsseite bei der NASA. Plötzlich stolpere ich über ein Bild und denke mir: Na hoi, wer bist Du denn? Wieder eine Aktion a la Kubrick? Oder wie oder was? Wieder wehende Fahnen im luftleeren Raum?
George W. Bush ist ein Vorbild für alle guten Christen
Tja wie jetzt?
Na, ist ja ganz einfach: Der Teufel steckt bekanntlich im Detail und um eben diese Details kümmert sich der gute Mann bekanntlich ja nun herzlich wenig. Schließlich ist er Christ und da will man mit seinem Widersacher so wenig wie möglich in Verbindung gebracht werden, ansonsten gibt’s höchstens Stehkarten beim jüngsten Gericht. Also hält er sich von Details fern. Besser ist das. Oder so.
Stöckchen, Stöckchen.
Soeben las ich, dass der miescha ein Stöckchendingens da gebastelt hat.
Was bitte ist ein Stöckchen?!
Ein kurzer Blick auf das allwissende Wikipedia in Verbindung mit einer Nachfrage bei Leo bringt einen kombinierten «aha,hmpf »-Effekt, denn:
Wiki sagt, «Stöckchen » sei eine recht freizügige Übersetzung von «baton ». Leo sagt, dass «baton » für Dirigentenstab/Taktstock, Schlagstock/Gummiknüppel/Hiebwaffe, Staffelholz/-stab und Querstab stünde.
Sicherlich lässt sich der Eine oder Andere schnell dazu verleiten, «Staffelstab » als korrekte Übersetzung akzeptieren zu wollen. Aber damit haben wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht, der heute in Form eines Nerds erscheint. Wieso?
Nun, zunächst einmal haben all diese Worte entweder mit hauen oder fliehen oder herumkommandieren zu tun. Also alles, was klassische Hierarchien benötigt. Das mögen die Freaks nicht, denn sowas reißt nur alte Wunden auf. Freiheit fetzt viel mehr. Außerdem entspricht es auch eher dem Gefühl web-two-oh.
Gut, Staffellauf könnte man jetzt gelten lassen. Aber Staffellauf ist Sport und für den klassischen Nerd ist das genauso positiv besetzt wie Schlagstock, Gummiknüppel und Hiebwaffe.
Was also nun?
Stellen wir uns also einen wortfindenden Nerd vor, wie er nach all diesen Erkenntnissen vor einem sprachlichen Nichts sitzt und nachdenklich Pizza und Cola in sich hineingiert. Da auf dem Monitor nur Fragen wachsen, schweift sein blick vom Monitor ab hinüber zur adrett weißgekalkten Wand, doch immernoch stellt sich keine Inspiration ein. Ohne es zu merken wandern die Augen zum Fenster hin und obwohl er schon drei Jahre seine Wohnung behaust, erblickt er erst jetzt, dass sich vor seinem Fenster ein Park erstreckt. Er sieht Sonnenlicht und Rasen und schattenspendende Bäume und Menschen in Kleidern, deren Farben nicht gleichverteilt die RGB-Tafel hoch- und runterscrollen. Auf einmal ertappt er sich, wie er einen Hund beobachtet, der ein Stöckchen fängt und denkt sich: OMG, das gibt’s ja wirklich! Da hat er eine Eingebung! Stöckchen! Ein harmloses kleines Spiel! Ein kleiner, süßer, knuddeliger Wauzi holt immerzu das Stöckchen und freut sich und freut sich! Ja, das ist es! Fortan soll «baton » im deutsch Websprech «Stöckchen » heißen. Howgh, ich habe geprochen.
Nun, dass «Stöckchen holen » auch nicht gerade ohne Befehl und Gehorsam abläuft, ist ihm vielleicht nicht so ganz klar, aber wenigstens hat er nun eine Übersetzung, die keine traumatische Erinnerung ans Tageslicht befördern kann.
Achso. Was ein Stöckchen jetzt ist? Wiki meint dazu:
«Ein Stöckchen ist ein Online-Kettenbrief, der meist aus einer Sammlung von Fragen besteht, die häufig einem bestimmten Thema zugeordnet sind. Es wird üblicherweise zwischen verschiedenen Blogs ausgetauscht, das heißt, ein Blogger, der ein Stöckchen erhält, beantwortet die Fragen auf seiner Seite und schickt dann die Fragen an einen oder mehrere Autoren anderer Blogs weiter. Durch die Angabe von Trackbacks innerhalb der Blogbeiträge kann später nachvollzogen werden, zu welchen Blogs das Stöckchen “geworfen” bzw. wo es “aufgefangen” wurde. »Richtig klug und wichtig, was?






