Neue Stadt
Ich liebe ja Großstädte. Nach einer fast sechsjährigen Absinenz in Stralsund hat mich die Großstadt in Form der Metropole Berlin endlich wieder. All die Enge der Stadt und die Ruhe der Region, die sich wie ein Schleier über Gemüt und Geist legen, sind fort. Ich habe glücklicherweise jeden Tag fast anderthalb Stunden Zeit, um die aufgestaute Bücherliste langsam abzuarbeiten. Der Geist ist wieder quicklebendig, neue Eindrücke sprudeln auf mich ein und aus mir heraus, es ist eine Heimkehr.
Jetzt, wo ich Schlag auf Schlag neue Eindrücke sammle, erscheint mir die Stralsunder Zeit manchmal als Schlaf, der mich nicht nur sechs, sondern zwölf Jahre gekostet hat. Ich laufe, ich eile, um so viel Zeit wie möglich wieder einzuholen. es wird nicht gelingen, aber die vorhandene Zeit möchte und muß ich endlich mit der Lektüre nutzen, von der ich mich selbst abgehalten habe.
Die Räume der Wohnung sind hell, licht und hoch. Ich habe einen Balkon vor der Nase; genug Räume, um meine eigenen Gedanken fliegen zu lassen, es ist wie ein warmes, feuchtes Beet im Frühling, dass darauf wartet, dass sich die Blumenzwiebeln in ihm endlich öffnen und emporwachsen.





