Ein deutliches Zeichen für Urlaub ist II | Das Universum schlägt zu
Eigentlich hat der Tag recht gut begonnen: Obwohl ich recht angetrunken erst kurz nach zwei Uhr ins Bett gekommen bin, entsteige ich selbigem in Rekordzeit. Waschen, essen, Mails checken, kurzum: all das, was einen werktätigen Morgen ausmacht, macht mir trotzallem nichts aus. Ich öffne einem Werbungsmenschen die Tür, damit er meinen Briefkasten mit unnützen Sachen zumüllen kann und habe meine erste gute Tat vollbracht.
Viel früher als üblich will ich das Haus verlassen und weil ich die Zeit dazu habe, drehe ich mir meine Zigarette bereits im Wohnzimmer. Mein Blick schweift dabei aus dem Fenster und bleibt spontan in einem Badfenster gegenüber hängen, hinter dem sich ein sehr viel Haut zeigendes weibliches Wesen gerade Zähne putzt. Bei genauerem Hinsehen stelle ich fest, dass es tatsächlich ein Nackedei ist und die Badfenster ganz ohne Milchglas auskommen. Das bin ich spontan dankbar und genieße den Augenblick.
Nun habe ich einen äußerst weisen Einfall: Eine Wegbrause. Sowas hilft mir, wenn ich nach einer Nacht wie der letzten einen guten Start haben möchte. Mit der bereits gedrehten Zigarette im Mund öffne ich also eine dieser Ökobrausen meines Vertrauens. Als Fachmann, der ich nuneinmal im Öffnen von Kronkorken bin, suche ich gar nicht erst nach einem Öffner – ich habe ja Flaschen. Also nehme ich mir eine zweite davon zur Hand, um die erste in den erwünschten trinkbereiten Zustand zu versetzen. Nach einigem Würgen und Versuchen spüre ich den Erfolg in meinen Händen. Doch – oh Schreck! oh Graus! – des Erfolges habe ich nun zu viel: Die Brause ist eine Hundertfünfzigprozentige und schleudert mir ihre halbe Ladung um die Ohren. Ich von oben bis unten nass, die Zigarette ungenießbar, der Tisch und alles auf ihm ein einziges brausendes Meer. Super. Es hilft nichts: Abwischen, umziehen und dann doch erst die nächste Bahn nehmen.
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