Ankommen.

marcus 30. Dezember 2009

Dunkelheit. Stille. Nur das leise Brummen der Gefrierbox in der Küche, das durch die geschlossene Tür ins Zimmer dringt, ist zu hören. Langsam taste ich mich bis zur Stereoanlage, um den Wecker für morgen früh zu stellen. Es ist halb drei. Auf dem Heimweg war kein Mensch, kein Auto zu sehen. Die ganze Stadt schläft. Außer mir. Vorsichtig bahne ich mir den Weg zum Bett, lege mich neben sie und krieche unter meine Decke. Ich will sie nicht wecken. Die Kälte von draußen steckt mir in den Knochen. Meine Füße kommen mir vor wie Eis am Stiel. Wäre das nicht eine Geschäftsidee – Eis am Stiel in Schuhgrößen? Guten Tag, wir hätten gern zwei Eis am Stiel. – Selbstverständlich. Welche Größe? - Eine achtunddreißig für meine Freundin und eine zweiundvierzig für mich. Das hat Zeit bis morgen. Ich hauche ihr einen Kuss auf die Wange und drehe mich um. Stille. Die Gefrierbox hört mit einem kurzen Rattern auf zu arbeiten. Sie dreht sich zu mir hin. Ihre Hand tastet unter der Decke nach mir, findet mich. Ihr Körper kommt näher, schmiegt sich an. Ich werde von einer wohligen Wärme durchströmt. Daheim. Draußen wehen Bäume im Wind und lassen die Laternen flackern. Auf dem Wasser blinkt eine Boje einsam umher. Der Mond blinzelt durchs Dachfenster. Ich schmiege mich fester an sie heran, ihre Hitze schmilzt das letzte Eis aus meinem Körper. Ich schließe die Augen. Dunkelheit. Stille.

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